Landesamt für Digitalisierung,
Breitband und Vermessung 

Feldgeschworene

Partner der Bayerischen Vermessungsverwaltung

Sie wachen über die Grenzen und unterstützen die Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung: die Feldgeschworenen. Dabei üben sie das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Die Feldgeschworenen sind zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet.

  • ältestes kommunales Ehrenamt in Bayern
  • Hüter der Grenzen
  • Zusammenarbeit mit den Vermessungsbehörden

Aufgaben

Feldgeschworene wachen über die Grenzen

Selbstständige Arbeiten der Feldgeschworenen
Feldgeschworene dürfen Grenzzeichen suchen und aufdecken, wenn ein Grundstückseigentümer dies beantragt.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sie auch eigenverantwortlich Abmarkungen vornehmen:
- Wenn ein Grundstückseigentümer es beantragt, dürfen die Feldgeschworenen Grenzzeichen aufrichten oder auswechseln, höher oder tiefer setzen sowie gefährdete Grenzzeichen sichern.
- Wenn sich alle betroffenen Grundstückseigentümer einig sind, dürfen die Feldgeschworenen fehlende Grenzzeichen wiedereinbringen.
Beim Einbringen und Aufrichten von Grenzzeichen haben die Feldgeschworenen zu berücksichtigen, dass die ursprüngliche Lage der Grenzpunkte auf Grund der geheimen Zeichen (Siebenergeheimnis) oder sonstigen Unterlagen zentimetergenau feststehen muss.

Über die Abmarkung, die selbst einen Verwaltungsakt darstellt, fertigen die Feldgeschworenen ein Protokoll. Dieses wird dem zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zur Aufbewahrung zugesandt.

Anträge auf Abmarkung durch Feldgeschworene können an die jeweilige Gemeinde oder an den zuständigen Obmann der Feldgeschworenen gerichtet werden.

Zusammenarbeit mit Vermessungsbehörden
Die Abmarkung wird grundsätzlich von den staatlichen Vermessungsbehörden vollzogen. Durch gemeindliche Satzung kann bestimmt werden, dass die Feldgeschworenen bei der Abmarkung der Grundstücke mitwirken. Werden dabei Grenzzeichen gesetzt, bringen die Feldgeschworenen ihr geheimes Zeichen (Siebenergeheimnis) ein. Die Verantwortung für den richtigen und sachgemäßen Steinsatz liegt weiter bei der für die Abmarkung zuständigen Behörde.

Grenzbegehungen
Auf Anordnung des Bürgermeisters nehmen die Feldgeschworenen Grenzbegehungen vor. Stellen sie dabei Mängel an Grenzzeichen fest, teilen sie dies den Grundstückseigentümern mit, über Mängel an Gemeindegrenzzeichen wird der Bürgermeister informiert.

Erreichbarkeit
Der Obmann der Feldgeschworenen nimmt Anzeigen über den Verlust oder die Beschädigung von Grenzzeichen entgegen und teilt die Feldgeschworenen zur Dienstleistung ein. Er ist über die jeweilige Gemeinde erreichbar.

Gesetzliche Grundlagen
- Bekanntmachung (pdf, 124 kB)
- Feldgeschworenenordnung (pdf, 82 kB)
- Abmarkungsgesetz (Datenbank BAYERN.RECHT)


Siebenergeheimnis

Geheime Zeichen zur Sicherung der Grenzsteine

Siebenergeheimnis

Die Feldgeschworenen kennzeichnen die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen. Diese werden auch Unterlagen, Beleg, Zeugen oder Geheimnis genannt. Die Siebenerzeichen sind meist besonders geformte und beschriftete Zeichen aus dauerhaftem Material, wie z. B. gebranntem Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Sie werden im Bereich des Grenzsteins in einer bestimmten, nur den Feldgeschworenen bekannten Anordnung ausgelegt. Die Art dieser Anordnung bezeichnet man als "Siebenergeheimnis". An Form und Lage der Zeichen erkennen die Feldgeschworenen, ob der Stein verändert wurde.



Kommunales Ehrenamt

Über 20.000 Mal in Bayern

Bestellung

Die Gemeinde legt die Zahl der Feldgeschworenen – in der Regel zwischen vier und sieben – sowie deren örtliche Gliederung und Zuständigkeit fest. Der Gemeinderat bestellt die Feldgeschworenen für ein Gebiet erstmals durch Wahl. Nach dem Ausscheiden einzelner Feldgeschworener können die verbleibenden selbst neue Feldgeschworene wählen.

Zuständigkeitsbereich

Da die Feldgeschworenen von der Gemeinde bestellt werden, kann ihr Zuständigkeitsbereich maximal das Gemeindegebiet umfassen. Eine Unterteilung nach Ortsteilen oder Gemarkungen ist möglich.
Für gemeindefreie Gebiete, auch ausmärkische Gebiete genannt, werden die Feldgeschworenen von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde bestellt.

Der Obmann

Die Feldgeschworenen wählen einen Obmann und dessen Stellvertreter aus ihrer Mitte. Der Obmann ist Ansprechpartner innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs und über die jeweilige Gemeinde erreichbar.

Aufwandsentschädigung

Die Feldgeschworenen erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung nach Maßgabe einer Gebührenordnung. Diese wird vom Kreistag bzw. Stadtrat erlassen. Die Gebühren werden auf Antrag der Feldgeschworenen von der Gemeinde, in gemeindefreien Gebieten von der Kreisverwaltungsbehörde eingezogen.

Aufsicht über die Feldgeschworenen

Die Fachaufsicht über die Feldgeschworenen haben die staatlichen Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Die Rechtsaufsicht über die Feldgeschworenen liegt bei kreisangehörigen Kommunen beim Landratsamt, bei kreisfreien Kommunen bei der jeweiligen Bezirksregierung.

Ehrungen

Für eine 25-, 40- oder 50-jährige Amtszeit erhält der Feldgeschworene eine Ehrenurkunde vom Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Diese wird dem Feldgeschworenen vom Landrat bzw. Oberbürgermeister ausgehändigt.


Historie

Ein Amt mit Tradition

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Die Anfänge

Die Wurzeln des Feldgeschworenenamtes lassen sich bis in das 13. und 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Feldgeschworenenwesen entstand aus den damaligen Feld- und Untergangsgerichten, die wiederum aus den Dorfgerichten hervorgegangen waren.

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Steinsetzerordnungen

Aufschlussreiche Quellen über die Tätigkeiten der Feldgeschworenen sind die sogenannten Feldgeschworenen-, Feldgerichts-, Siebener-, Steinsetzer- oder auch Marker-Ordnungen. Sie waren ursprünglich Dorfrecht und wurden mit zunehmendem Einfluss der Territorialherren auf die Dörfer vereinheitlicht. Ein Beispiel ist die Steinsetzerordnung des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von 1585.

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Siebenerordnungen

Eine einschneidende Wende kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit grundlegenden Reformen der Kommunal-, Gerichts- und Verwaltungsorganisation. In Bayern ist diese Zeit mit dem Namen Graf von Montgelas verbunden. In vielen Landgerichten entstanden Siebenerordnungen und damit einheitliche Siebenerrechte.

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Protokollbücher

Weitere Quellen über die Zuständigkeiten, Pflichten und Rechte sowie über die Tätigkeit der Feldgeschworenen sind die Protokollbücher der Feldgeschworenen. Diese reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

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