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Erschienen am: 23.03.2016

Das war die InfoVerm 2016

Über 450 Besucher kamen zur 30. InfoVerm, der Informationsveranstaltung der Bayerischen Vermessungsverwaltung (BVV), am 18. März 2016 ins Audimax der Technischen Universität München

Die Besucher aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung informierten sich über den vielfältigen Einsatz amtlicher Geodaten sowie über neue Entwicklungen im Bereich der Geoinformatik.

Dr. Klement Aringer, der Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV), begrüßte das Fachpublikum und gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Produkte. Ein großer Schritt war im Dezember 2015 der Abschluss der ALKIS-Einführung (ALKIS = Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem) an den Ämtern für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Nun folgt die Umstellung des Liegenschaftskatasters auf das Koordinatensystem UTM. Als voller Erfolg hat es sich erwiesen, dass BayernAtlas-Nutzer ihre Hinweise auf Fehler und Änderungen in der Karte nun selbst eintragen können. Auch die Digitalisierung der bayerischen Schulsprengel durch die Geodateninfrastruktur Bayern (GDI-BY) wurde erfolgreich abgeschlossen. Eine große, langfristige Aufgabe hat das LDBV mit der im März 2015 verkündeten Behördenverlagerung zu bewältigen.

Wie Waldbesitzer von Geodaten profitieren können, führten Peter Weichinger vom Verein für forstliche Standortserkundung e.V. (VfS) und Jose Canalejo von der Firma CSGIS aus. Im VfS-Viewer plus können die Forstlichen Zusammenschlüsse in Bayern z.B. Baumarten-Eignungskarten mit den für das Waldwachstum relevanten Bodendaten abrufen. Dabei sind WMS-Dienste der BVV wie DFK (Digitale Flurkarte), DOP (Digitales Orthophoto) und DTK25 (Digitale Topographische Karte 1:25000) eingebunden.

Auch die Bayerischen Staatsforsten arbeiten mit den Geodaten der BVV: Bernhard Müller stellte das „mobile Büro“ vor, das Außendienst-Mitarbeitern den Zugriff auf offline Fachverfahren ermöglicht. Alle Prozesse mit Raumbezug werden dabei durch GIS (Geoinformationssysteme) unterstützt – dazu gehören etwa Lokalisierung und Erfassung der Holzpolter oder das sogenannte digitale Revierbuch.

Frank Steinbacher von der Steinbacher-Consult Ingenieurgesellschaft erläuterte die Softwarelösung KomVish: Damit können Kommunen 3D-Geodaten der BVV wie das Digitale Gelände- oder Gebäudemodell oder auch Originalmessdaten wie 3D-Punktwolken in Echtzeit parallel zu den 2D-GIS-Daten visualisieren. Zusätzlich lassen sich auch Messprozesse im 3D-Raum durchführen, z.B. Strecken- und Flächenmessung oder Ausgabe von Höhen- und Lageparametern.

In die Tiefen des Bodensees ging es beim Vortrag von Martin Wessels von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Er referierte über die 2013-2015 durchgeführte Tiefenvermessung des Bodensees, die von den Vermessungsverwaltungen der Anrainerländer unterstützt worden war. Der Einsatz von Fächerecholot und bathymetrischem Laserscanning setzte einen Meilenstein in der Gewässervermessung.

Über die Gefahren von Gewässern berichteten Klaus Brand und Peter Kaiser von der Augsburger GI Geoinformatik GmbH. Die Firma erstellte Hochwasser-Gefahren- und Risikokarten für 7650 km Gewässer in Bayern auf Grundlage von Geobasisdaten der BVV, etwa DGM (Digitales Geländemodell) und Luftbild. Die 3D-Darstellung mit dem Digitalen Gebäudemodell (Level of Detail 2) zeigt, wie plastisch Hochwasserrisiken inzwischen dargestellt werden können.

Andreas Wunschel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena berichtete über den Einsatz von Geodaten in der archäologischen Forschung. An der Universität werden derzeit die Rolle der Wasserwege Mittelmain und Fränkische Saale im Hochmittelalter untersucht, um die Ausdehnung von Siedlungen zu rekonstruieren. Durch die Kombination von Uraufnahme, Digitaler Flurkarte und Orthophotos können gezielt archäologisch interessante Flurstücke identifiziert werden. Auch Schummerungskarten und Laserscans helfen bei Fundstellenanalysen.

Auf welchem Niveau sich Bachelor-Abschlussarbeiten bewegen können, zeigte Ulrich Schmidt, Absolvent der Kartographie und Geomedientechnik an der Hochschule München, gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Kammerer. Auf Basis einer Reliefschummerung des Digitalen Geländemodells der BVV erstellte er eine geomorphologisch-kulturgeographische Karte des Großraums München. Römerstraßen, Endmoränen oder Keltenschanzen kommen dabei eindrucksvoll zum Vorschein.

Alle Vorträge zum Nachlesen: Zusammenfassung und Präsentationen.

Die nächste InfoVerm findet entgegen der bisherigen Ankündigung am Donnerstag, 6. April 2017, ebenfalls wieder im Audimax der Technischen Universität München statt.

InfoVerm 2016

Dr. Klement Aringer, der Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV), begrüßte das Fachpublikum auf der InfoVerm 2016
Moderation: Frau Dr. Baumgartner
Bilderstrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild(2 Bilder)
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