Landesamt für Digitalisierung,
Breitband und Vermessung 

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Erschienen am: 04.04.2014

Das war die InfoVerm 2014

Gut 560 Besucher folgten der Einladung zur 28. Informationsveranstaltung der Bayerischen Vermessungsverwaltung am 2. April 2014 im Werner-von-Siemens-Hörsaal (Audimax) der Technischen Universität München.

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Am 2. April 2014 fand die 28. Informationsveranstaltung der Bayerischen Vermessungsverwaltung (InfoVerm) im Werner-von-Siemens-Hörsaal (Audimax) der Technischen Universität München statt. Gut 560 Besucher aus Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Verwaltung informierten sich dort über aktuelle Produkte und den vielfältigen Einsatz amtlicher Geodaten.

Neben der Nutzung von Geodaten etwa bei App-Programmierung, Flugsimulation oder Ingenieurvermessung standen dieses Jahr die hochaktuellen Themen Digitalisierung, Breitband und ALKIS®-Umstellung im Fokus. Diese Schwerpunkte skizzierte auch Dr. Klement Aringer, der Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV), in seiner Begrüßung.

Beeindruckende Zahlen nannte Thomas Schweier, Referatsleiter am neu angegliederten IT-Dienstleistungszentrum (IT-DLZ) des Freistaats Bayern, in einem kurzweiligen Vortrag über sein Haus. Die wichtigste Zahl für die Mitarbeiter des LDBV: Mit der Angliederung des IT-DLZ haben sie 340 neue Kolleginnen und Kollegen hinzugewonnen. Als zentraler IT-Dienstleister für die staatliche Verwaltung betreut das IT-DLZ mehr als 3500 physikalische und virtuelle Server, über 57.000 E-Mail-Postfächer sowie 1900 Datenbanken. 41 % Zuwachs verzeichnete es von 2009 bis 2013 beim Web-Hosting. Auch die Verbuchung von Fördermitteln, etwa für den landwirtschaftlichen Bereich, läuft über das IT-DLZ – und umfasst jährlich etwa 2,4 Milliarden Euro.

Wie mit Hilfe von Geodaten die wirtschaftlichste Wärmeversorgung für ein bestimmtes Gebiet gefunden werden kann, erläuterte Christian Eberl von der „Team für Technik GmbH“. Um eine Wärmedichtekarte zu erhalten, werden Wärmeverbrauchsdaten, etwa von Energieversorgern, mit Geodaten zusammengeführt: Daten der Tatsächlichen Nutzung, des 3D-Gebäudemodells im Level of Detail 1 (LoD1) und der Digitalen Flurkarte. So können Szenarien für den zukünftigen Energiebedarf eines Gebiets entworfen und in wirtschaftlicher Hinsicht bewertet werden.

Welche Rolle spielen amtliche Geodaten bei der klassischen Arbeit eines Vermessungsbüros? Antworten auf diese Frage gab Robert Schrock, der mit seinem Ingenieurbüro in Geiselhöring ansässig ist. Laut Schrock sind verlässliche Geodaten die unverzichtbare Basis für den durchgehenden Datenfluss bei der Projektabwicklung – angefangen bei den amtlichen Katasterdaten zur Entwurfsvermessung bis hin zur Maschinensteuerung per GPS. Anhand von Projektbeispielen zeigte er mit eindrucksvollen Bildern, etwa von Fluss- und Felsvermessung sowie vom Stadionneubau in Regensburg, dass die alltägliche Ingenieurspraxis längst nicht mehr ohne Geodaten auskommt.

Geodaten können auch Leben retten: Das zeigt die Android-Applikation „Safe Mountain Hiker“ der Zwillinge Thomas Robert und Johannes Michael Altstidl (Jahrgang 1996). Die beiden Gymnasiasten entwickelten eine App für Wanderer, die die Leistung während des Bergwanderns im Berchtesgadener Land überwacht. So sollen Gesundheitsrisiken minimiert werden, die aus Fehleinschätzungen resultieren. Dazu wurden Geodaten des LDBV (DOP200, DGM5, Wanderwegenetz) zu einem Orthophoto als Basemap-Layer sowie einem Wanderwegenetz mit ergänzten Höhendaten verarbeitet. Mittels GPS und der Eingabe seiner physiologischen Daten (z.B. Körpergewicht) kann der Wanderer auf dem Smartphone seine Belastung während der Wanderung kontrollieren. Entstanden ist die App „Safe Mountain Hiker“ am Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land.


Von den Bergen ging es in die Luft: Franz Viertler vom Lehrstuhl für Hubschraubertechnologie der TUM schilderte, wie Geodaten in der Flugsimulation eingesetzt werden. Mit den Daten aus Digitalem Geländemodell und Digitalem Orthophoto entsteht eine virtuelle Abbildung der realen Welt für die Flugsimulation. Das LoD1-Gebäudemodell ermöglicht eine deutlich verbesserte Orientierung für den bodennahen Flug, das LoD2-Gebäudemodell gibt dem Piloten wichtige Zusatzinformationen durch detaillierte Nachbildung der Dachformen. Auch im Cockpit kommen Geodaten zum Einsatz – in Form von Pilotenassistenzsystemen.

Zwei Topthemen der Bayerischen Vermessungsverwaltung rundeten die InfoVerm 2014 ab: Hans Baumgartner, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) Ebersberg, berichtete von der Umstellung seines Amtes auf ALKIS® (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem) und zog ein positives Fazit: So bringe das neue System für die Kunden unter anderem ein schnelles, rechtlich sicheres Abmarkungsprotokoll.
Oliver Schrempel, der Leiter des neu eingerichteten Breitbandzentrums Amberg, verdeutlichte die Bayerische Breitbandstrategie und deren drei Säulen: Förderrichtlinie vereinfachen, Förderung verbessern, Beratung effektivieren.

Die Vorträge zum Nachlesen: Zusammenfassung und Präsentationen.

Ausblick: Die InfoVerm2015 findet am Montag, 23. März 2015, im Werner-von-Siemens-Hörsaal (Audimax) der Technischen Universität München statt.

InfoVerm 2014 - Referenten

InfoVerm 2014 - Dr. Klement Aringer
InfoVerm 2014 - Robert Schrock und Dr. Martha Baumgartner
InfoVerm 2014 - Thomas Robert und Johannes Michael Altstidl
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